Lang Vitters: Ich glaube, uns beiden ist es wichtig, einen emotionalen und ästhetischen Zugang zu Kunst zu haben

Lang Vitters: Ratskeller

Interview: Lara Lehmann. Publiziert am 17. SEP 2024.

Ich freue mich sehr heute mit euch beiden über eure Zusammenarbeit und die Kunst zu sprechen.

— Kennt jemand von euch Gelsenkirchen bereits und warum habt ihr bei den GOLDSTÜCKEN 2024 zugesagt?

Lucca: Ich wollte schon immer mal eine Currywurst im Ruhrpott essen. (Ich war noch nie da.) Wenn ich dabei noch ein paar schöne Lichtkunstwerke anschauen kann, komme ich gerne.

Simon: lol. Also ehrlicherweise habe ich keinerlei Verbindungen in das Ruhrgebiet und kenne die gesamte Gegend nur kaum. Ein Grund mehr hier teilzunehmen. Mal was Neues…

— Habt ihr bereits zusammengearbeitet und gibt es schon mehrere gemeinsame Werke? Wie ist die Zusammenarbeit entstanden?

Lucca: Ich brauchte dringend ein motivierendes Thema für mein nächstes Projekt. Und dann hat Simon mir in seiner vernebelten Küche einen Laser gezeigt…

Simon: Wir hatten auch schon davor in unterschiedlichen Kontexten zusammengearbeitet: In Kollektiven, auf politischer Ebene als auch konkret in kleineren Projekten. RAYARRAY ist dabei jedoch unsere erste große gemeinsame Arbeit. Angefangen hat der ganze Quatsch dann eben in meiner WG am Küchentisch. In meiner Erinnerung gabs vor dem Laser noch eine kleine Skizze. Aber who knows?

— Welche Aspekte waren euch bei der Entstehung eines gemeinsamen Kunstwerkes wichtig?

Simon: Ich glaube, uns beiden ist es wichtig, einen emotionalen und ästhetischen Zugang zu Kunst zu haben. Wenn ich davor stehe, noch nichts gelesen habe und vor was auch immer ich stehe, nichts bei mir auslöst, dann wird mich auch die konzeptionelle Arbeit im Hintergrund langweilen. Ich behaupte mal wir wollten etwas schaffen, das visuell beeindruckt, einen Raum öffnet, wo man dran kleben bleibt, anfängt zu meditieren, oder gar nicht mehr logisch denkt und erstmal fühlt.

Lucca: Prakmatischerweise haben sich unsere Kompetenzen auch einfach gut ergänzt.

— Beobachtet ihr bestimmte Trends und Entwicklungen in der Kunst und lasst ihr diese in euer Werk einfließen?

Lucca: Ich versuche, obwohl ich oft das Gefühl habe, irgendwas machen zu sollen, daran zu denken, es nicht zu tun.

Simon: Erschreckend universell… Ich für meinen Teil beobachte auch mehr oder weniger freiwillig diverse Trends und Entwicklungen, am Ende finde ich das meiste and Trends aber einigermaßen bescheuert und bleibe bei meinen eigenen Gedanken. Mitläufertum scheint mir in höchstem Maße gefährlich. Auch bisschen die Aussage von RAYARRAY i guess.

— Habt ihr ein Lieblingskunstwerk aus dem diesjährigen Programm der GOLDSTÜCKE?

Lucca: Ich schaue mir Dinge gerne an, ohne vorher etwas zu wissen. Bitte nicht spoilern!

Simon: Da ich die meisten Werke bisher nicht „real“ gesehen habe, kann ich dazu keine Position beziehen.