Interview: Lara Lehmann. Publiziert am 16. SEP 2024.
Hallo Lucca, schön, dass du dir heute Zeit genommen hast. Wir haben schon im Zuge des Gemeinschaftsprojektes mit Simon Lang miteinander gesprochen. Jetzt habe ich aber noch ein paar Fragen zu deiner Arbeit und deinem Werk „Untiled“.
— Was ist dein Lieblingsobjekt in deinem Atelier? Was brauchst du, um gut arbeiten zu können?
Ich arbeite meistens im Studio an meiner Hochschule. Dort basteln meistens einige Leute an irgendwelchem Quatsch rum. Und genau das brauche ich auch. Zu sehen, was Andere so machen, um mal einen Einfall oder einen guten Rat zu bekommen. Außerdem gibt es dort haufenweise Elektroschrott, der seit Generationen von Studierenden angehäuft wird, aus dem ich schon die ein oder andere Idee oder Material gezogen habe.
— Welcher Kerngedanke hat dich zu deinem jetzigen Werk inspiriert und welche Botschaft möchtest du damit vermitteln?
‚Emergence occurs when an entity is observed to have properties its parts do not have on their own.’ Oder so ähnlich wird man in sämtlichen Kursen zu Creative Coding irgendwann hören, wenn es darum geht, Schwarmverhalten zu programmieren. Ich wollte einfach ein Programm schreiben, dass relativ abwechslungsreich Visuals generativ erzeugt. Relativ deswegen, weil man nicht die Visuals selbst, sondern einen (mehr oder weniger großen) Möglichkeitsraum schafft, in dem sich das Programm dann bewegt. Interessant anzuschauen sind dann nicht mehr die Entitäten (die Kacheln) selbst, sondern ihre Interaktion.
— Wie siehst du die Rolle von Kunst in der heutigen Gesellschaft? Kann Kunst deiner Meinung nach gesellschaftlichen Wandel bewirken?
Kann sie bestimmt, aber ich würde mir (und auch sonst niemandem) anmaßen zu wissen, wie. Vielleicht ist da auch jeder bewusste Versuch schon zum Scheitern verurteilt.