Maaike Meinderstma: Die Arbeit war als Geste und Moment in der Zeit gedacht

Maaike Meinderstma: Robinienhof
Interview: Gamze Can. Publiziert am 16. SEP 2024.

Ich freue mich, heute mit dir über deine Teilnahme am GOLDSTÜCKE-Programm zu sprechen. Besonders gespannt bin ich auf deine Arbeit und wie du das Thema des diesjährigen Open Calls aufgegriffen hast. Lass uns einen Blick auf deine Kunst und die Gedanken dahinter werfen.

— Bist du mit Gelsenkirchen und den GOLDSTÜCKEN vertraut? Was hat dich motiviert, dich für den Open Call zu bewerben?

Ich kenne Gelsenkirchen und GOLDSTÜCKE durch Media Art Friesland in Leeuwarden. Als ich den Open Call sah, war ich von dem Thema und der neuen Verbindung, die es zu meiner Arbeit bringen könnte, gefesselt. Außerdem war der Open Call eine großartige Gelegenheit für mich als aufstrebender Künstlerin, den nächsten Schritt zu machen und mit großflächiger Projektion im öffentlichen Raum zu arbeiten.

— Wie würdest du deine künstlerische Praxis beschreiben?

Ich bin Medienkünstler*in und arbeite viel mit Performance, Film und Installation. Der Körper ist ein zentrales Thema in meiner Arbeit, und ich erforsche ihn durch seine Beziehung zum Gehirn, zur Bewegung und zu unserer Umgebung.

— Welche Aspekte waren dir bei der Entstehung deines Kunstwerks besonders wichtig?

Ich habe dieses Werk während der kalten Frühjahrsmonate in den Niederlanden geschaffen. Ich ging allein mit meinem Koffer und meiner Kamera zu einem Ort in der Nähe der Ems, wo zu dieser Jahreszeit niemand unterwegs ist. Ich glaube, dass es mir geholfen hat, ein Gefühl der Verlassenheit zu erleben, das ich hoffentlich im fertigen Werk zeigen kann.

— Welche Kernidee hat deine aktuelle Arbeit inspiriert und welche Botschaft möchtest du damit vermitteln?

Das Werk hat keine einzige Kernidee, sondern vielmehr ein Netz von Assoziationen und Bedeutungen, die damit verbunden werden können. Die Arbeit war als Geste und Moment in der Zeit gedacht: Eine Figur geht mit ihrem Koffer zu einem unbekannten Ziel, eine Reise ohne Anfang oder Ende. Wohin könnte sie gehen? Sucht sie nach etwas?

— Wie beeinflusst der öffentliche Raum das Design und die Präsentation deiner Kunst? Gibt es spezifische Elemente der Umgebung, die du in dein Werk integriert hast?

Was mir an der Präsentation dieses Werks im öffentlichen Raum gefällt, ist, dass die oft belebten und überfüllten Orte der Stadt scheinbar einen Kontrast zum leereren und naturbelassenen Ort im Werk bilden. Ich denke jedoch, dass beide Orte viel gemeinsam haben. Eine einsame Person, die geht, sucht oder sich sicher fühlt, und eine sich ständig verändernde Umgebung.

— Hast du ein Lieblingskunstwerk aus dem diesjährigen GOLDSTÜCKE-Programm?

Eines meiner Lieblingswerke ist das Werk von Zeineb Kaabi, das ich diesen Sommer bei SEE Djerba (TN) sehen durfte, aber ich bin gespannt darauf, neue Werke in der Stadt Gelsenkirchen im Oktober zu entdecken.