Dino Korati: Hagenstr. 30 (Studio Ypsilon)
Lieber Korati, es freut uns sehr, mit dir über deine faszinierende Arbeit zu sprechen, bei der die reflektierende Oberfläche einer Rettungsdecke zwei Videoprojektionen in ein hypnotisches Spiel aus schimmernden Reflexionen verwandelt. Deine Arbeit verbindet auf besondere Weise physisches Material mit visueller Illusion. Ich möchte dir einige Fragen stellen, um den Entstehungsprozess deines Werks und die zugrunde liegenden konzeptionellen Ideen besser zu verstehen.
– Was ist das Interessante an der Teilnahme an einem Licht- und Medienkunst Projekt in Gelsenkirchen? Warum hast du zugestimmt, bei den GOLDSTÜCKEN dabei zu sein?
Ich finde es spannend, bei einem Licht- und Medienkunstprojekt in Gelsenkirchen mitzumachen, weil es eine tolle Möglichkeit ist, kreativ zu arbeiten und die Stadt auf besondere Weise zu gestalten. Durch Yvonne Haveloh bin ich auf das Projekt aufmerksam geworden, und sie hat mich auch empfohlen – dafür bin ich sehr dankbar. Es macht Freude, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die Kunst sichtbar macht und die Menschen begeistert.
– Wie beeinflusst der Kontext von Gelsenkirchen (oder der spezifische Festivalort) deine Arbeit? Gibt es lokale Elemente oder Aspekte, die du einbezogen hast?
Meine Arbeit wird stark vom begrenzten Raum im Büro von Ivonne beeinflusst. Deshalb habe ich mich für eine kleine, interaktive Installation entschieden, bei der die Besucher den Raum selbst beeinflussen können.
– Kannst du uns deinen kreativen Prozess für dieses Werk erläutern, von den ersten Ideen bis zum Konzept und dann zur Umsetzung? Inwiefern steht diese Arbeit in Bezug zu deiner allgemeinen künstlerischen Praxis oder weichst du von dieser ab?
Für diese Arbeit habe ich die Rettungsfolie als Reflektionsquelle für die Video-Beamer genutzt, um das typische 16:9-Format zu vermeiden. Stattdessen wird der Raum als Ganzes bespielt, sodass die Technik im Hintergrund bleibt und die Besucher nicht auf eine Leinwand fixiert sind, sondern den gesamten Raum als Kunstwerk erleben. Das ist ein bewusster Schritt, um die Aufmerksamkeit der Besucher auf den Raum und ihre Interaktion damit zu lenken. Diese Herangehensweise verbindet sich mit meiner allgemeinen Praxis, Räume auf besondere Weise zu nutzen, aber hier liegt der Fokus verstärkt auf der subtilen technischen Umsetzung.
– Wie gehst du an die Gestaltung von Kunst im öffentlichen Raum heran? Welche besonderen Herausforderungen und Möglichkeiten gehen von dem öffentlichen Raum aus? Welche Art von Standort hast du für deine Arbeit gewählt? Wie hast du ihn gefunden?
Bei meiner Arbeit im öffentlichen Raum versuche ich, die Technik im Hintergrund zu halten. Ich arbeite sehr gerne mit Licht und Projektionen, um subtile und eindringliche Erfahrungen zu schaffen. Die Besucher spielen dabei eine wichtige Rolle – sei es durch ihre Schatten oder durch die Kreuzung von Projektionen, die zum Beispiel ein Moiré entstehen lassen. Für meine aktuelle Installation habe ich das Büro von Ivonne als Standort gewählt, was mir die Möglichkeit gab, eine intime und interaktive Erfahrung zu gestalten, die sich auf den Raum und die Besucher einlässt.
– Was hoffst du, wie die Betrachtenden mit deinem Werk interagieren oder es erleben? Was möchtest du ihnen mit auf den Weg geben? Gibt es andere Werke im diesjährigen Festivalprogramm, die dich besonders interessieren? Hast du Empfehlungen für das Publikum?
Ich hoffe, dass die Besucher nicht nur die Installation an sich, sondern auch das Verhalten der anderen Besucher im Raum beobachten. Es ist spannend zu sehen, wie sich die Projektionen verändern, wenn Menschen den Raum betreten und ihn auf ihre eigene Weise beeinflussen. Bevor sie selbst Teil der Installation werden, möchte ich, dass sie diesen Prozess wahrnehmen und sich darauf einlassen.
Eine Empfehlung für das Publikum wäre daher, sich die Zeit zu nehmen, sowohl die Interaktion der anderen als auch die eigene Erfahrung mit dem Raum zu genießen. Es gibt auch viele andere spannende Werke im diesjährigen Festivalprogramm, die unterschiedliche Perspektiven auf den öffentlichen Raum bieten. Es lohnt sich, offen für verschiedene Ansätze zu sein und sich von der Vielfalt inspirieren zu lassen.